Erotic Story – Zum blutigen Ochsen
Er mochte einfach ihre Fußgelenke. Nicht, daß er so etwas wie ein Fußfetischist war, nein, überhaupt nicht, er hatte sich einfach nur an den Anblick ihrer Fesseln gewöhnt. Er hatte Karen im Tennisclub Rot-Weiß kennengelernt. Genau genommen hatte er gegen Frank, ihren Mann, in einem Turnier verloren und anschließend im Vereinshaus seine Frau kennengelernt. Lange Zeit hatte er Karen nur auf die Füße gestarrt, denn er hatte Angst seinen Blick zu heben, weil er sicher war, sie würde ihm sofort ansehen, was er dachte, wenn er ihr direkt ins Gesicht blickte.
Später mochte er auch ihre Waden und Oberschenkel, aber da waren sie ja schon wesentlich vertrauter miteinander. Heute aber schaute er wieder nur auf Karens Fesseln, denn er hatte vor, mit Frank ein ernstes Gespräch zu führen. So von Mann zu Mann. Mit ungewissem Ausgang natürlich, außer vielleicht, daß sicher war, daß Karen stinksauer sein würde.
„Können wir?“ fragte Frank, der dachte, daß sie den Sieg der Mannschaft beim Medenturnier nachfeiern wollten. Frank und Klaus waren inzwischen gut befreundet, jedenfalls seit Klaus seinen Blick weit über Karens Knie hinweg erhoben hatte.
„Viel Spaß, ihr beiden“, wünschte Karen, die sich in der Tür von ihrem Mann verabschiedete und ein Prosecco-Glas hob. „Ich trinke hier mal schön alleine.“
„Männerabend“, sagte Frank kurz. „Warte nicht auf mich, kann spät werden.“
Sie hatten Glück. In der „Schlachthofschänke“ war noch ein ruhiges Plätzchen zu haben. Die „Schlachthofschänke“ war ein alteingesessenes Lokal, daß sich dank seiner Zusammenlegung mit dem Hotel „Zum Ochsen“, zu einem Touristenmagnet entwickelt hatte. In Sommermonaten steppte hier der Bär, aber zum Ende der Saison waren es meist Einheimische die sich auf die vielversprechenden Dibbelabbes stürzten.
„Zwei Hopfenkaltschalen und einmal Kartoffelpuffer mit Mus“, bestellte Frank.
„Du musst immer den Zugegereisten raushängen lassen, ja?“
„Bin halt ein alter Lipper.“ Frank zog ein Päckchen Zigaretten raus. Dann sah er die Wirtin an und steckte sie wieder ein.
„War eine erfolgreiche Saison“, setzt Klaus an. „Unser Doppel war super.“
„Super, super“, grunzte Frank. „Ja, war alles super, aber eigentlich steht mir das Wasser bis zum Hals.“
„Wie meinst du das?“



