Artikel-Schlagworte: „50er Jahre“
Sissification

Eigentlich müsste es ja Sissyfication geschrieben werden. Sissy ist aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Jammerlappen oder Weichling. Folgerichtigerweise stecken im House of Sissfy dominante Frauen ihre Männer in Weiberklamotten und behandeln sie wie nervige kleine Plagegeister, die von ihnen zu erziehen sind. Genau besehen ist das die Folgestufe für den ehemals freilaufenden Damenwäscheträger, der sich ja vorerst ungezwungen mit Damenwäsche drapiert und es zur Vollendung treibt indem er sich ganz als Frau erziehen lässt. Gut, er zieht die Klamotten natürlich niemals, also wirklich nicht, freiwillig an: Schuld daran ist ausschließlich dieses elend dominante Weibchen an seiner Seite, daß so viel Gefallen daran findet, ihn im Petticoat beim Spülen zu zusehen.
Warum man Sissification nun doch mit "i" statt mit "y" schreibt, könnte damit zusammen hängen, daß das Vorbild für die Verwandlung des Mannes in ein hilfloses, kleines Weibchen, eindeutig eine junge Kaiserin namens Sissi ist. Man legt bei der Sissifikation besonderen Wert auf eine elegante, sehr feminine und doch etwas kindliche Ausstrahlung des Verwandelten. Von daher gehört der Hüfthalter zum Pflichtprogramm. Das schlägt sich auch in der graphischen Gestaltung der Seite Sissify nieder.
Wie bei den meisten anspruchsvolleren Fetischseiten orientiert sich das Design am Stile der 50er und 60er Jahre. Zur Seite selbst lässt sich nicht so sehr viel sagen, da die meisten Dinge von Bedeutung wohl im Memberbereich liegen. Es gibt aber ein paar Geschichten, englisch und auf englisch und ein paar Bilderchen zu entdecken.
Fazit: Wie so oft mit viel Liebe gestaltete Seite, aber zu wenig frei zugängliche Inhalte. Yes, Mäm, i licke it.
Corsets and Crinolines
Corsets and Crinolines ist ein typischer Vintage Mode Shop mit einem interessanten Angebot an schönen hautfarbenen Hüfthaltern. Die Hüfthalter sind natürlich als und teilweise hinten zum Schnüren. Etwas, das Frau mit Stil immer gebrauchen kann, aber halt selten findet.
Das besondere an diesem Shop für Mode aus vergangenen Jahrzehnten ist allerdings seine umfangreiche Auswahl an Nylons und auch Seidenstrümpfen. Das geht los bei original verpackten Strümpfen aus den 30er Jahren und endet zwangsläufig irgendwann in den 70ern. Sehr interessant sind dabei natürlich die Strümpfe aus den 50er und 60er Jahren.
Das alles hat natürlich auch heute noch seinen Preis, aber wer ist schon kleinlich, wenn es darum geht, seine Liebste in der Originalstrümpfen der Großmutter zu nehmen. Bei manch einem Strumpf ist allein die Verpackung das Geld schon wert. Und als Weihnachtsgeschenk allemal tauglich.
Wobei man sich fragt, wie die Händler die Strümpfe aus den 40er Jahren wohl durch den Krieg gebracht haben. Bekanntlich stand ja auf das Zurückhalten von Nylons in der Nachkriegszeit förmlich die Todesstrafe. Wehe, wenn einer erwischt worden wäre mit einem Keller voller Nylons. Die heiratswütigen Damen der beginnenden 50er Jahre hätten so einen Kerl doch glatt gelyncht. Na, seien wir einfach dankbar, daß ein paar Mutige die Nylons durchgebracht haben.
Vintage Maiden of the Year
Beim diesjährigen Wettbewerb der Vintage Maiden of the Year gewann Fräulein Eve ganz knapp vor Abigail Fraser die Kategorie “Bestes Model der 50er”. Eves Outfit und Posing überzeugte die Jury völlig, wobei besonders die stilechte Brille Zusatzpunkte brachte. Abzüge gab es hingegen in der Rubrik “nostalgische Mieder”, da der hoch attraktive, transparente und zudem noch geschnürte Hüfthalter, zwar den Puls der Jury in die Höhe trieb, aber eben nicht original aus den Fünfzigern war.
Abigail zeigte sich als gute Verliererin. Sie trumpfte noch einmal auf und sicherte sich den ersten Platz im Wettbewerb “beste Weihnachtsgans in Strapsen serviert”.
Mehr von Fräulein Eve im Outfit der 50er Jahre auf: Vintage Queens
Freilichtmieder
Im Freilichtmuseum Neuhausen in der Nähe des Bodensees findet man diverse historische Häuser, die zusammen ein typisches Dorf nachbilden sollen. Mit dabei natürlich auch ein Kaufhaus. Das Kaufhaus Pfeifer ist in seinem Ambiente den typischen kleinen, sagen wir mal, Kolonialwarenläden der 50er Jahre nachempfunden.
Da die Landfrau im Allgemeinen wenig Sinn fürs Verspielte hatte, ist es nicht verwunderlich daß sich in der Wäscheabteilung des Kaufhaus Pfeifer eher ein umfangreiches Angebot strammer und solider Miederwäsche aus den 50er Jahren findet, statt irgendein so ein reich verziertes, luftiges, französisches Wäschewerk. Da es sich bei den Miedern um Ausstellungsstücke handelt, die leider nicht käuflich zu erwerben sind, kann man nur hoffen, daß die Ware wenigstens hochmodern und elektronisch gesichert ist, denn auch vor dem Landkaufhaus macht der um sich greifende Miederklau nicht Halt.
Peter Odefey
Der Düsseldorfer PInup-Fotograph Peter Odefey hat einen ganz eigenen künstlerischen Stil, die Farben seiner Fotos auf einen gewissen Retro-Look zu trimmen.
Die in Szene gesetzten Damen sind vorzugsweise in Make-up und Bekleidung den fünfziger Jahren nachempfunden und übermitteln die Botschaften der typischen Pinups jener Zeit. Das gilt sowohl für die Posen als auch für das gesamte Ambiente dieser Bildkunstwerke.
Odefey produziert nicht einfach nur Fotos, sondern im eigentlichen Sinne wahre Bildkunstwerke. Daher erscheint es auch logisch, daß er seine Bilder in einer Galerie ausstellt und dort auch verkauft. Die nächste Vernissage mit Bildern von Peter Odefey ist in der Galerie “The Art-Cube” vom 21. November bis zum 11. Dezember in der Oberkasseler Str. 106 in Düsseldorf zu sehen.
Sehenswert ist auch seine Homepage. Nicht nur daß man einen schönen Eindruck von seinen Bildern erhält, nein unter dem Punkt More und making of gewinnt man auch eine Vorstellung von der Arbeitsweise des Künstlers.
Exponierte Dessous
Im Industriemuseum Euskirchen findet vom 27. September 2009 bis zum 20. Juni 2010 die Ausstellung “Dessous – 150 Jahre Kulturgeschichte der Unterwäsche” statt.
Zu sehen ist Unterwäsche aus den letzten 150 Jahren. Da geht es bei den Krinolinen und Korsett des 19. Jahrhunderts los, über die panzerartig wirkenden Mieder und Spitzbrust-BHs der 50er und 60er Jahre, bis hin zu dem Hauch von Nichts der Neuzeit.
Wer von dem Darunter irgendwann genug hat, kann in einer Parallel-Ausstellung “Körper und Kleider seit 1850” sich das passende Darüber anschauen. Vielleicht so: Frauen links, die Herren nehmen bitte den rechten Eingang.
Die Dessous-Exponate lassen sich Dienstags bis Sonntags von 10 – 17 Uhr für 2,50 Euro bestaunen. Leider kann man Gesehenes nicht am Ausgang als Replikat käuflich erwerben, so viel Geschäftssinn sollte man von einem Industriemuseum eigentlich erwarten dürfen.
Der Mann im grauen Flanell
Um es gleich zu sagen, diese Geschichte über den Average Joe der Nachkriegszeit in Amerika ist schlicht zu lang, viel zu lang und sie wird länger mit jeder Minute die der Film läuft.
Der Anspruch des Filmes ist eigentlich nicht unterinteressant. Tom (Gregory Peck) ist ein durchschnittlicher Amerikaner eben der Mann im grauen Flanell, der aus dem zweiten Weltkrieg heimkehrt und versucht ein ganz normales Leben zu führen. Er ist nicht besonders an Karriere interessiert, was seiner Frau (Jennifer Jones) nicht ganz so gefällt. Aber er hat halt Talent und steht irgendwann vor der Frage ein Leben wie sein Chef zu führen oder nicht. Die Entscheidung wir aber schon dadurch relativiert, daß er von einem Kind erfährt, das er unwissentlich während des Krieges in Rom gezeugt hatte.
Mann hätte jetzt erwarten dürfen, daß Jennifer Jones einen Großteil der Zeit in Kleid und Schürze agiert, tut sie aber nicht, wie üblich bei den Nachkriegsfrauen, trägt sie bevorzugt Hosen, was den Film um die letzte erotische Komponente erleichtert. Einzig die haargekränzte und ewig im Kommandoton brüllende Haushälterin Mrs. Manter (Connie Gilchrist) ist in ihrem weißen Kittelkleid ein kleiner Lichtblick. Aber das macht den Film nun auch nicht wirklich sehenswert. Wirklich schade. Trocken und langatmig.
Vielleicht ist ja die Parodieauf diesen Film mit dem Titel Das Pferd im grauen Flanell interessanter anzusehen.
Sabines Korsett-Stübchen
Englische Korsetts und amerikanische Miederwaren, diese Mischung macht den Charme von Sabines Korsett- und Miederstübchen aus. Hier kann man zwar im Internet bestellen kann, aber sicherlich ist man gut beraten die Reise nach Warstein anzutreten, um sich in heimeliger wohnzimmerähnlicher Atmosphäre von Fräulein Sabines Fähigkeiten als Miederfachverkäuferin überzeugen zu lassen. Ein klein wenig erinnert das schon an Die Herbstzeitlosen mir Stephanie Glaser. Nur eben im Sauerland.
Die Wirkung eines Korsett oder Mieders hängt zum größten Teil vom perfekten Sitz und der richtigen Passform ab. Und hier ist es gerade für den Neuling wichtig sich von vertrauenswürdigen Händen beraten und vermessen zu lassen.
In der Rubrik amerikanische Mieder finden sich Hüfthalter, Miederhosen, Taillenmieder und Korseletts von Cortland und Custom Maid. In Sachen Korsett findet sich mit “Revanche de la femme” eine schon vom Namen her überaus interessante Marke aus Berlin. Korsetts von Axford und Vollers sind derzeit nur noch im Schnäppchenmarkt zu finden. Offenbar geht die Tendenz vom Englischen zum Deutschen Korsett hin.
Insgesamt gesehen findet man bei Sabine aber deutlich mehr Mieder als Korsettwaren. In diesem Segment allerdings eine wirklich mehr als gute Auswahl, auch von weniger bekannten Firmen wie Va Bien, Elasoroa und Esbelt.