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Die Herbstzeitlosen

Zum Sterben zu schön in der TrachtMartha holt die Mieder aus dem Schrank.

Im Prinzip könnte Martha (Stephanie Glaser) sich auch einfach in ihrer Tracht zum Sterben ins Bett legen, jetzt wo sie Witwe ist und eigentlich keine wirkliche Zukunft mehr hat. Und irgendwie erwartet man im Dorf so etwas wohl auch von einer blitzgescheiten Frau. Doch Martha beschließt, ihren kleinen Tante-Emma-Laden weiter zu führen. Auch wenn das Verfallsdatum der Produkte längst überschritten wurde.

Die vier Herbstzeitlosen Weiber reißen aus Das ganze alternde Weibervolk des Örtchens Trub ist genau betrachtet mit der Gesamtsituation irgendwie unzufrieden. Die eine droht vom eigenen Sohne aus dem Haus gejagt zu werden, die andere will sich im Altenheim nicht wie eine siebenjährige behandeln lassen und die dritte sieht sich mehr als Globalplayer, für die der Horizont in Trub schlicht zu klein ist. Diese vier bilden für das kleine Dorf bald ein Quatro Infernale.

Lingerie-Fund in Trub Beim Aufräumen ihrer alten Sache öffnet sich für Martha die Büchse der Pandora. In einer alten Kiste finden sich Mieder und Korsettstücke, die sie früher einmal für sich genäht hat. Denn Martha war vor der Ehe gelernte Korsettschneiderin. Da werden Erinnerungen wach. Und zwar schöne.

Martha beschließt spontan endlich ihren eigenen Lingerie-Laden aufzumachen. Selbst wenn ihr Sohn nicht gerade der örtliche Pastor wäre, ist klar, daß das in einem kleinen Schweizer Dorf nicht geht. Ein Lingerie-Shop in Trub grenzt an Revolution. Und das bekommen die vier alten Damen dann auch deutlich spüren.

Der Film Die Herbstzeitlosen schwankt zwischen zartem Humor und nachdenklicher Stimmungsschwemme über unseren zumeist eher beschämenden Umgang mit dem Alter. Lediglich das große Finale des Films wirkt ein wenig überzogen und übers Knie gebrochen. Es passt einfach nicht zu der Gesamtstimmung des Films. Trotzdem natürlich sehr zu empfehlen.

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